„Im Grund sind es immer dieVerbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“  
(Friedrich Wilhelm von Humboldt).

 

Bildung für nachhaltige entwicklung

didaktik der geographie

Forschungsfrage

Wie wirksam sind BNE-Angebote mit inklusiven Schulklassen?

Abstract

Die Forschungsfrage nach der Wirksamkeit von BNE-Angeboten in inklusiven Schulklassen“ greift die aktuellen Forderungen des bildungspolitischen Diskurses nach „mehr Inklusion“ und „mehr Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ auf und untersucht diese unter wissenschaftlichen Kriterien.

Bildung für nachhaltige Entwicklung und Geographie zielen auf die Förderung von Gestaltungs- und Handlungskompetenz im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung ab, wobei unter nachhaltiger Entwicklung eine umwelt- und sozialgerechte Entwicklung verstanden wird (vgl. Rat für nachhaltige Entwicklung 2013). Einer empirischen Studie von Bagoly-Simo (2014) zufolge ist das Schulfach Geographie Hauptträgerfach der Bildung für nachhaltige Entwicklung und hat in seinen Zielen und Konzepten sehr hohe Affinität zu diesem Gebiet. Die Verbindung von BNE und Inklusion entspricht der Forderung der KMK 2012, die dies sowie eine Kooperation von Hochschulen mit außerschulischen Bildungseinrichtungen fordert (KMK 2012, S.5). Weiterhin ergab sich aus einer Evaluation von Hemmer et al. (2013), dass eine Kooperation und Evaluation außerschulischer Einrichtungen mit Hochschulen von außerschulischen Bildungseinrichtungen explizit gewünscht wird. Es gibt in der Praxis eine ganze Reihe von Angeboten, die sich entweder mit BNE oder Inklusion beschäftigen und mittlerweile auch einige wenige, die diese Bildungsansprüche zu verbinden trachten. Grundsätzlich mangelt es aber sowohl im Bereich BNE als auch im Bereich Inklusion und erst recht in der Kombination der beiden Konzepte an Forschung, die sich mit der Wirksamkeit dieser Angebote auseinandersetzt.

Aus dieser Ausgangssituation ergab sich die Fragestellung nach der Wirksamkeit von BNE-Angeboten außerschulischer Bildungseinrichtungen mit inklusiven Klassen bzw. Gruppen. Deshalb ist eine explorative Evaluationsstudie mit zwei Experimentalgruppen zum BNE-Thema Fairtrade in Zusammenarbeit mit der LBV-Umweltstation Rothsee geplant. Die Beantwortung der Forschungsfrage hat zum Ziel, ein Angebot aus der aktuellen Praxisarbeit der Umweltstation Rothsee bezüglich Bildung für nachhaltige Entwicklung zu evaluieren und potentielle Unterschiede in der Wirksamkeit des BNE-Angebots bezüglich BNE-Teilkompetenzen zwischen Schülern mit besseren und schlechteren Ausgangsbedingungen festzustellen. Aus der Interpretation der möglichen Unterschiede sollen Indikatoren für eine gelungene inklusive Bildung für nachhaltige Entwicklung abgeleitet werden und Empfehlungen für die Optimierung und Gestaltung des BNE-Angebots der Umweltstation entstehen, die auch auf andere BNE-Angebote übertragbar sind.

Ziele 

Das Hauptziel der Studie ist die Erkenntnis potentieller Unterschiede in der Erlangung von BNE-Teilkompetenzen zwischen Schülern mit besseren und schlechteren Ausgangsbedingungen. Die Ableitung von Indikatoren für eine gelungene inklusive Bildung für nachhaltige Entwicklung kann bereits vorhandene Angebote von Umweltstationen für inklusive Schulklassen optimieren, um der Nachfrage nach inklusiven BNE-Bildungsmaßnahmen im schulischen und außerschulischen Bereich nachzukommen. Die empirischen Erkenntnisse können beispielsweise im Rahmen einer Verbandssitzung/Tagung an andere LBV- bzw. ANU-Umweltstationen weitergeben werden, sodass deren Angebot für heterogene Gruppen ausgeweitet werden kann. Weiterhin können die Ergebnisse in die Lehre des Faches Geographie und auch interdisziplinär in den Masterstudiengang „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ integriert und in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift und einer unterrichtspraktischen Zeitschrift publiziert werden.